Animation - Pressemeldung

Bombenbauanleitungen aus dem Internet

Hamburg, 26. Januar 2004 - Nitroglycerin oder Sprengstoff, Landminen oder Briefbomben: für Internet-User ist die Herstellung solch gefährlicher Stoffe oder Sprengkörper überhaupt kein Problem mehr. Im Internet finden sich detaillierte Anleitungen zum Bombenbau, völlig unverschlüsselt, praktisch zum Selbermachen. Die Behörden sind machtlos.

Wie am 21.Januar 2004 auf stern TV zu sehen war, ist die Gefahr für die innere Sicherheit und den Jugendschutz durch Bombenbauanleitungen aus dem Internet akut: „Unter den Anleitungen sind einige darunter, wo man mit relativ geringen Aufwand eine maximale Schädigung hervorrufen kann. Es ist einfach nachzubauen und nach zu experimentieren. Von daher kann man mit einigen der Anleitungen eine sehr große Gefahr produzieren“, sagte Dr. Dietrich Eckhardt, Leiter der Sprengstoffabteilung der Bundesanstalt für Materialforschung.

Die Behörden reagieren hilflos: Während das Bundesministerium des Inneren bereits im Dezember 2003 gegenüber stern TV erklärte, dass zu diesem Thema in den kommenden Wochen aus zeitlichen Gründen keine Stellungnahme abgegeben werden kann, standen die Stellungnahmen zur strafrechtlichen Verfolgung solcher Angebote des Bundesministerium der Justiz im Widerspruch zum BKA.

Die von den Jugendministerinnen und Jugendministern der Länder gemeinsam eingerichtete staatliche Stelle für die Beachtung des notwendigen Jugendschutzes in den neuen Informations- und Kommunikationsdiensten (Multimedia, Internet), "Jugendschutz.net" (www.jugendschutz.net) setzt noch immer auf die freiwillige Selbstkontrolle: „Wir streben eine freiwillige Herausnahme oder Veränderung durch diejenigen an, die Inhalte zugänglich machen. Wir bemühen uns darum, zu informieren, inwiefern bestimmte Medienprodukte schädigende Wirkungen auf Kinder und Jugendliche haben können“ (Zitat www.jugendschutz.net).

Bereits mit der Tatsache, dass trotz Verbot, aus nahezu jedem an das Internet angeschlossenen Schul-PC und somit über das Klassenzimmer indizierte Computerspiele herunter geladen werden können, zeigte der Vorstand der PAN AMP AG, Bert Weingarten mit seiner Presseerklärung bereits im März 2003 auf, dass Jugendschutz.net mit der ihm durch die Jugendministerien gestellten Aufgabe überfordert ist.

„Jugendschutz.net hat auch nach der Veröffentlichung der aktuellen Bedrohung, durch stern TV, bis heute noch nicht einmal einen Warnhinweis auf der eigenen Webseite veröffentlicht. Jugendschutz.net ist nicht in der Lage, Jugendliche vor akuten Gefahren aus dem Internet auch nur ansatzweise zu schützen und somit ist es fahrlässig, wenn die Jugendministerien der Länder nicht unmittelbar nach der Kenntnis der Verfehlungen von Jugendschutz.net, den Leiter dieser Einrichtung von seiner Verantwortung entbinden, da zu befürchten ist, dass körperliche Schäden bei Jugendlichen, hervorgerufen durch Bombenbauanleitungen aus dem Internet, bei weiterem Nichtstun, nur eine Frage der Zeit sind“, so Weingarten weiter.

Dieses gilt es zu verhindern. PAN AMP AG lädt alle beteiligten staatlichen Stellen und die Länderbeauftragten der Rechenzentren zur Vorstellung des durch die PAN AMP AG erarbeiteten Konzepts zur praktischen Umsetzung der von den Jugendministerinnen und Jugendministern der Länder geforderten Einhaltung des Jugendschutzes ein. Der Termin hierzu wird am Dienstag, den 27.01.2004 bekannt gegeben.